Es - Stephen King [Rezension]





Genre: Horror
Seiten: 1534
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 14,99
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Bewertung: 5 von 5 Eulen









Es geschieht alle 28 Jahre in Derry, Maine: Kinder verschwinden und werden kurz darauf tot aufgefunden. Oder sie bleiben für immer verschollen. In dieser Kleinstadt in den USA beherrscht die Angst den Alltag. Eine Gruppe von Kindern beschließt, dem Grauen ein Ende zu setzen und ES zu jagen. Doch zu diesem Zeitpunkt ist ihnen noch nicht bewusst, worauf sie sich eingelassen haben...









"Oh, das ist doch die Geschichte mit dem Clown!" - Das ist meist er erste Satz, den man hört, wenn man erzählt, dass Stephen Kings "Es" gerade gelesen wird. Auch ich wusste bis zum Start der Leserunde von Andrea (LeseBlick) nur das und nicht viel mehr darüber. Den Film kannte ich noch nicht, aber die Geschichte hatte mich schon lange interessiert. In Erinnerung hatte ich nur die allseits bekannte Anfangsszene des Jungen mit dem gelben Regenmantel, der in einem Gully einen furchterregenden Clown entdeckt. Und genau mit dieser Szene startet auch das Buch. Wir werden sofort mit Georgie und seinem großen Bruder Bill konfrontiert und erleben auf den ersten Seiten einen grausamen Mord.



»G-G-Georgie?« 
George drehte sich nach seinem Bruder um. 
»Sei v-vorsichtig.« 
»Na klar«, sagte George und runzelte ein wenig die Stirn. So etwas sagt normalerweise eine Mutter, nicht aber ein großer Bruder. Es war ebenso seltsam wie der Kuss, den er Bill gegeben hatte. »Klar bin ich vorsichtig.« 
Er ging hinaus. Bill sah ihn nie wieder. 

 Seite 22



Schon dieser kleine Teil der Geschichte ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen. Und so ging es auch weiter. Stück für Stück lernen wir die anderen, wichtigen Charaktere kennen und erleben, wie eine besonders enge und vertraute Freundschaft zwischen Bill Denbrough, Mike Hanlon, Ben Hanscom, Beverly Marsh, Richie Tozier, Eddie Kaspbrak und Stan Uris entsteht. Da diese sieben alle als Außenseiter in ihrer Stadt gelten, gründen sie den "Club der Verlierer" und beschließen nach dem Mord an Bills Bruder Georgie, ES zu jagen und zu töten.

Viele kennen ES als den furchteinflößenden Clown Pennywise und auch ich dachte als erstes nur an diese Figur. Doch beim Lesen merkt man langsam, dass hinter ES noch viel mehr steckt. Er nimmt die Form der größten Angst seiner ihm gegenüberstehenden Person an und so erleben die Freunde ES beispielsweise als Mumie oder Riesenvogel.

Die Erzählweise in dieser Geschichte ist großartig. Man springt immer wieder zwischen 1958, als die Protagonisten noch Kinder sind, und dem Jahr 1985 hin und her. Wie es Stephen King schafft, diese beiden Stränge zu verknüpfen und die Story langsam aufbaut ist einfach einzigartig und macht dieses Buch meiner Meinung nach zu einem Meisterwerk! Anhand der Stimmung merkt man, wie sich die Spannung immer weiter aufbaut, bis es zum großen Finale kommt.

Natürlich ist Stephen King bekannt für seinen überaus ausschweifenden Schreibstil, mit dem nicht jeder Leser zurechtkommt. Und auch ich hatte es in meiner Jugendzeit ein paar mal mit seinen Werken versucht und bin kläglich gescheitert. Einige Jahre später wagte ich mich nochmal an eine seiner Geschichten und habe begonnen, sie zu lieben. Heute finde ich seine Bücher gerade wegen des Schreibstils so unfassbar großartig und vor allem einzigartig.

Auch die Charaktere schließt man schnell in sein Herz, da man sie auch über lange Zeit hinweg begleitet. Ich hatte nach den ersten Hundert Seiten das Gefühl, die Kinder und die Stadt schon lange zu kennen.

Und nach diesen gigantischen 1500 Seiten kann ich nur sagen, dass ich wirklich froh bin, mich endlich getraut habe, das Buch zu lesen und mir die Geschichte noch sehr, sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Den Hype darum kann ich absolut nachvollziehen und bin nun auch gespannt, wie die Neuverfilmung, die ab September 2017 zu sehen ist, umgesetzt wurde. Für alle King-Fans ohnehin ein Muss ;)



Kann eine ganze Stadt heimgesucht werden? 
So wie manche Spukhäuser heimgesucht werden? 
Nicht nur ein einzelnes Haus in dieser Stadt oder eine einzige Straßenecke, nicht ein einzelnes Auto oder ein einziges Basketballfeld in einem einzigen kleinen Park, wo der netzlose Korb bei Sonnenuntergang hervorsteht wie ein obskures blutiges Folterinstrument? Nicht nur ein einzelnes Gebiet - sondern alles? Mit allem Drum und Dran? 
Kann das sein?


Seite 201









Stephen King hat mit diesem Buch ein wahrliches Meisterwerk erschaffen und bekommt von mir natürlich volle 5 von 5 Eulen.









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